Wirtschaft der Lebensfülle

  • Etappe

    1/2

  • Unterstützer

    27

  • unterstützt

    1.216 €

Mehrwert für die Umwelt

Das Projekt schützt oder verbessert die Bereiche...

Mensch

Boden, Wasser, Luft

Klima

Tier und Pflanzen

biologische Vielfalt

Sach- und Kulturgüter

Energie und Ressourceneinsatz

Verwendete Ressourcen

Die verwendeten Ressourcen sind...

grün hergestellt

öko-zertifiziert

fair gehandelt

regional bezogen

sparsam eingesetzt

recycelt, upcycled

erneuerbar (z.B. Energie)

Diese Selbsteinschätzung durch den Projektinhaber dient als Entscheidungshilfe für die Crowd. Nicht alle Kriterien müssen dabei erfüllt, aber sämtliche Alternativen in Erwägung gezogen werden.

Kurzinfo

Das Ziel dieser Kampagne ist die Veröffentlichung eines Buches: Handlungs-strategien zum Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft. Allgemeinverständlich, durch Graphiken begreifbar gemacht, pragmatisch aber gleichzeitig gewagt und innovativ.

Beschreibung

Wie könnte eine zukunftsfähige Wirtschaft aussehen? Wie könnten wir eine solche Wirtschaft aus vorhandenen Elementen aufbauen? Um diese Fragen zu beantworten, muss man Wirtschaft neu denken und anders ausrichten: damit sie dazu dient, dass alle Menschen gut leben können und die Grundlagen alles Lebens auf diesem Planeten gewahrt werden. Das nenne ich eine Wirtschaft der Lebensfülle.

Ziel dieser Crowdfunding-Kampagne ist die Finanzierung der Veröffentlichung eines Buches, das aus systemischer Sicht erarbeitet, wie eine Wirtschaft der Lebensfülle entwickelt werden kann. Es macht komplexe Beziehungsgeflechte durch graphische Visualisierung anschaulich. Es schlägt konkrete Handlungsstrategien von betrieblicher und kommunaler bis zu internationaler Ebene vor, die einerseits gewagt und innovativ sind, doch andererseits möglichst strukturkonservativ: sie sollen alle Aspekte des jetzigen Systems bewahren, die in einer arbeitsteiligen und freien Gesellschaft unerlässlich sind, und gleichzeitig genau die kritischen Wechselwirkungen modifizieren, die im Sinne einer lebenswerten Zukunft verändert werden müssen.

Das Buch bietet einen Handlungsrahmen, der vielen Menschen Sinn und Orientierung geben kann, und den sie selber weiter ausarbeiten können.

 

Zum potenziellen Publikum gehören infolgedessen:

  • Bürger*innen, die sich gesellschaftlich engagieren, ob in der Politik oder in Vereinen,
  • Unternehmer*innen, die mit ihrem Unternehmen zu einer ökologisch und sozial ausgeglicheneren Gesellschaft beitragen wollen,
  • Politiker*innen und verantwortliche Personen im öffentlichen Dienst, die zur Bewältigung der großen ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit beitragen wollen,
  • Wissenschaftler*innen, die ihre fachspezifischen Fragestellungen in einen klaren Bezug zu diesen großen Herausforderungen stellen wollen.

Das Buch ist allgemeinverständlich geschrieben, denn Wirtschaft ist zu wichtig, um sie allein den Wirtschaftswissenschaftlern zu überlassen! Zur besseren Begreifbarkeit komplexer Zusammenhänge tragen auch die Graphiken bei, wie z.B. in der folgenden Textprobe aus dem 4. Kapitel.

 

Textprobe

Spekulative Märkte funktionieren jedoch ganz anders (als gewöhnliche Märkte) , wie auf Abb. 4.2 dargestellt. Käufer kaufen nicht, weil sie den betreffenden Vermögenswert tatsächlich nutzen wollen (zum Beispiel, weil sie in einem Haus wohnen, in einer Immobilie ein Geschäft eröffnen, oder die Währung eines anderen Landes für Reisen oder Geschäftszwecke verwenden wollen). Sie sind nicht mal an dem finanziellen Ertrag eines Vermögenswertes interessiert (zum Beispiel an den zukünftigen Dividenden einer Aktie). Sie sind einzig und allein daran interessiert, den Vermögenswert möglichst bald gewinnbringend wieder zu verkaufen, ohne das Geringste zu tun, ihn selber zu mehren….

Spekulanten sind jedoch nicht daran interessiert, einen Vermögenswert auf welche Weise auch immer zu nutzen oder zu mehren, sondern ihn unverändert aber zu einem höheren Preis weiter zu verkaufen. Sie haben für ihren Profit nichts geleistet. In spekulativen Märkten wird gekauft, weil die Käufer erwarten, dass Preise in Zukunft steigen werden. Wenn viele Leute kaufen, führt dies zu höheren Preisen. Steigende Preise verstärken die Erwartung, dass die Preise noch weiter steigen werden, und regen dadurch noch mehr Käufe an. Dies ist natürlich ein sehr lukratives Geschäft für die Verkäufer, die ihre Gewinne unter anderem investieren, um noch höhere Erwartungen steigender Preise zu schüren (die Erzeugung von „Hype“). Das Resultat ist eine selbstverstärkende Euphorie an spekulativen Märkten, Käufer wie Verkäufer sind in inniger Übereinstimmung begeistert über immer weiter steigende Preise, belohnen sich gegenseitig mit immer höheren Tantiemen und beglückwünschen einander wegen ihres angeblichen hochentwickelten Gespürs, wo Geld zu gewinnen ist.

 

Das Ergebnis eines solchen Kreislaufes ist eine sich immer weiter aufblähende Finanzblase. Die muss irgendwann platzen. Dann läuft der gleiche Kreislauf unter umgekehrten Vorzeichen. Erwartungen sinkender Preise führen dazu, dass viele Verkäufer wenigen Käufern gegenüberstehen und Preise sinken, und dadurch Erwartungen weiter sinkender Preise geschürt werden. Dieselben Akteure, die soeben mit ihrem Hype zur Finanzblase beigetragen und ihre Gewinne daraus gezogen haben, üben sich jetzt in Wehklagen, Selbstmitleid, Rufen nach dem Staat, sie aus der Misere herauszuhelfen, und Beteuerungen, dass dieser Umschlag völlig unvorhersehbar war. Die Euphorie ist einer Depression gewichen, die zu weiter sinkenden Preisen beiträgt. Euphorie und Depression sind auch hier wieder beide Symptome eines bipolaren Syndroms; das gesamte Syndrom und nicht die Depression muss behandelt werden.

Wofür wird das eingesammelte Geld eingesetzt?

5.700 € die gesamte Vorauszahlung an den Verlag leisten.
2.850 € die erste Vorauszahlung an den Verlag leisten.

Das Manuskript des Buches ist fertig. Korrektorat, Layout und Satz sind noch erforderlich, sowie die Gestaltung und der Druck des Buches. Auch ein Verlag ist schon gefunden: der oekom verlag München wird das Buch im Frühjahr 2017 publizieren; es soll etwa 250 Seiten umfassen, inklusive 49 Graphiken.

Der Vertrag mit oekom sieht vor, dass ich als der Autor die Finanzierung der Produktion des Buches unterstütze, indem ich 300 Exemplare des Buches erwerbe. Die erste Hälfte der Kaufsumme ist im Dezember fällig, die zweite am Veröffentlichungsdatum. Außerdem werden die Gebühr an EcoCrowd und Versandkosten des Tauschgutes (des fertigen Buches) zu meinen Kosten zählen. Insgesamt belaufen sich diese Kosten auf etwa 5700 Euro. Dieses Geld zu sammeln ist das Ziel dieser Crowdfunding-Kampagne. Hierzu stelle ich die 300 Buchexemplare zu einem Subskriptionspreis zur Verfügung (dies ist ein ermäßigter Preis vor Veröffentlichung des Buches, den die deutsche Buchpreisbindung erlaubt: nach Veröffentlichung wird es nicht mehr möglich sein, das Buch zu diesem Preis zu erwerben).

Falls ich mein Ziel von 5700 Euro nicht erreiche, werde ich nach anderen Möglichkeiten suchen, den fehlenden Betrag zu finanzieren. Deswegen werde ich auch eine Teilfinanzierung durch Crowdfunding dankend gerne annehmen. Jeder Beitrag wird helfen, dieses Buch zu veröffentlichen!

Die Crowdfunding-Kampagne kann eventuell über das Ziel von 5700 Euro hinausschießen. Das Angebot von Büchern als Tauschgut ist allerdings auf 300 Exemplare begrenzt, was einem Crowdfunding-Erfolg von rund 9000 Euro entspricht. Einen Überschuss in diesem Bereich (rund 4000 Euro) werde ich als partielle Bezahlung meiner in dieses Buch gesteckten Arbeit betrachten, denn ich habe annähernd ein Jahr an diesem Buch unbezahlt gearbeitet. Falls alle 300 Exemplare vergriffen werden, werde ich die Crowdfunding-Kampagne vorzeitig einstellen, einen größeren Überschuss wird es also nicht geben.

Auf längere Sicht soll das Buch, falls es sich sehr gut verkaufen sollte, keine Quelle leistungslosen Einkommens für mich werden. Ich bin dabei, mir Möglichkeiten zu überlegen, wie der Erlös in diesem Falle noch unbekannte Autoren unterstützen kann, die an interessanten Buchprojekten arbeiten. Das Buch soll zudem nicht mit herkömmlichem Copyright sondern mit einer Creative Commons Lizenz erscheinen.

Warum ist das Projekt ein EcoCrowd Projekt?

Das Projekt ist ein EcoCrowd-Projekt weil es Strategien zur ökologischen und sozialen Transformation unserer Wirtschaft erarbeitet und allgemeinverständlich darstellt. Es bietet Werkzeuge zur weiteren Strategieentwicklung für Menschen und Organisationen, die an einer solche Transformation arbeiten. Falls diese Strategien erfolgreich sein sollten, sind die in die Herstellung der Bücher gesteckten Ressourcen verschwindend gering im Vergleich zum erzielten Erfolg. Das Buch soll auf FSC-zertifiziertem Papier in möglichst regionalen Druckereien gedruckt werden, und die unvermeidbaren CO2-Emissionen bei der Herstellung sollen durch Projekte in Brasilien kompensiert werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Seit ich (Wolfgang Höschele) als Heranwachsender in Seoul und Athen die sozialen Gegensätze und die Umweltverschmutzung schnell wachsender Großstädte erlebte und Bücher von Autoren wie Rachel Carson, Herbert Gruhl, dem Club of Rome, Bernhard Grzimek und E. F. Schumacher las, hat mich die Frage umgetrieben, wie wir die ökologische und soziale Transformation unserer Wirtschaftsweise bewerkstelligen können. Aus diesem Grunde studierte ich in den USA zunächst Biologie, dann Umweltwissenschaften und schließlich Geographie, und schrieb meine Doktorarbeit über soziale Aspekte der Bodendegradation in Kerala (Südindien). Nach meiner Promotion arbeitete ich 16 Jahre als Geographieprofessor an der Truman State University in Missouri, USA, und befasste mich wissenschaftlich mit der Frage, wie eine Transformation unserer Wirtschaft zu Nachhaltigkeit gelingen könnte. Ein Ergebnis war mein 2010 publiziertes Buch, The Economics of Abundance: A Political Economy of Freedom, Equity and Sustainability. In Missouri ergaben sich für mich allerdings wenige gute Möglichkeiten, meine Gedanken in praktische und politische Arbeit umzusetzen. Also bin ich 2014 nach Heidelberg umgesiedelt, um meine Gedanken zu wirtschaftlicher Transformation in den politischen Diskurs in Deutschland einzubringen und in praktische Arbeit umzusetzen. Eines der ersten Ergebnisse dieser Tätigkeit ist das vorliegende Buchmanuskript.

Vertiefende Einblicke in meine Denkweise geben folgende Links zu meinen (englischsprachigen) Publikationen im Internet und über mein oben erwähntes Buch:

Außerdem im Netz verfügbar ist ein deutschsprachiger Vortrag den ich 2013 über mein Buch Economics of Abundance gehalten habe.

Wir gestalten die Zukunft, weil...

wir ruhig schlafen wollen im Bewusstsein, nachfolgenden Generationen von Menschen, Tieren und Pflanzen einen Planeten zu überlassen, der mindestens so schön, gesund, artenreich, glücklich, und lebensfroh ist wie zur Zeit unserer Geburt.

Cliterski

Dortmund, DE

Gast

Graz, AT

L.E.

Leipzig, DE

suha

Diepoldsau, CH

Rocky24

Zwingenberg, DE

anonym

Gast

Heidelberg, DE

oekostadt

Heidelberg, DE

anonym

Gast

Reutlingen, DE

anonym

Gast

Heidelberg, DE

Gast

Heidelberg, DE

Gast

Weinheim, DE

Rebra

Mannheim, DE

anonym

luftikus143

Kressberg, DE

Markus Duscha

Heidelberg, DE

Gast

Heidelberg, DE

Joerg Sommer

Bad Friedrichshall, DE

Gast

Columbia, MO, US

anonym

Gast

Heidelberg, DE

anonym

Gudrun Neuper

Gudrun Neuper

Lübeck, DE

Gast

Heidelberg, DE

Gast

Heidelberg, DE

  • Wolfgang Hoeschele
    Aktualisierung #4: Wirtschaft der Lebensfülle
    2016-12-08

    Vierte und letzte Aktualisierung des Crowdfundings “Wirtschaft der Lebensfülle”

    Liebe Unterstützer/innen,

    das Crowdfunding-Projekt ist jetzt zuende. Und meine Buchexemplare vom Verlag sind schon angekommen! Gestern habe ich die meisten bestellten Exemplare verschickt (ausgenommen diejenigen, die ich persönlich überreichen will). Wer heute oder in den nächsten Tagen kein Exemplar erhält, lasse mich das bitte wissen! Natürlich freue ich mich auch über Rückmeldungen oder Kommentare von jenen, die das Buch erhalten haben!

    Zuletzt möchte ich auch auf die Verlagswebseite hinweisen, wo mein Buch jetzt im Gesamtprogramm statt der Vorschau aufgeführt ist (da der Link in der Vorschau in den nächsten Tagen wohl gelöscht wird).

    Vielen Dank noch mal an alle Unterstützer/innen, und schöne Grüße,

    Wolfgang Höschele

  • Wolfgang Hoeschele
    Aktualisierung #3: Wirtschaft der Lebensfülle
    2016-12-08

    Dritte Aktualisierung des Crowdfundings „Wirtschaft der Lebensfülle“

    Liebe Unterstützer/innen,

    meine Crowdfunding-Aktion geht übermorgen zu Ende. Über 2000 Leute haben sich die Webseite angeschaut, und insgesamt habe ich etwa ein Viertel meines Finanzierungsziels über das Crowdfunding erreicht. Vielen Dank an alle, die beigetragen haben! Den Rest der Finanzierung habe ich durch andere Quellen erreicht, und so wird das Buch am 2. März  veröffentlicht. Und es gibt inzwischen einige weitere Links zum Buch:

    Meine eigene Webseite (whoeschele.de) in der ich meine Gedanken zu Wirtschaft der Lebensfülle vorstelle, mit einer Seite über dieses Buch und Links zu weiteren meiner Publikationen,
    Vorschau zum Buch vom oekom Verlag (oekom.de), und
    Artikel auf Shareable (shareable.net), in dem ich auf Englisch erkläre, wie ich Systemgrafiken im Buch erstellt habe (eine deutsche Erklärung will ich demnächst auf meine Webseite hochladen).

    In der Vorschau des Verlags und auf meiner Webseite ist schon die Titelseite des Buches zu sehen. Ich finde, die ist gut gelungen!

    Ich wünsche allen gute Lektüre!

    Wolfgang Höschele

  • Wolfgang Hoeschele
    Aktualisierung #2: Wirtschaft der Lebensfülle
    2016-12-08

    Zweite Aktualisierung des Crowdfundings „Wirtschaft der Lebensfülle“

    In den letzten Wochen hat sich einiges getan! Das Layout des Buches ist fertig; die Korrektur und das Cover-Design sind in Arbeit. Der Titel ist festgelegt worden auf „Wirtschaft neu erfinden: Grundlegung für eine Ökonomie der Lebensfülle“ (mein ursprünglicher Titel musste geändert werden, weil es schon ein Buch mit dem Titel „Wirtschaft neu denken“ gegeben hat). Bisher halten wir einen Zeitplan ein, der eine Veröffentlichung Anfang März ermöglichen sollte.

    Ich freue mich auch, dass mein Buch auf der Webseite „Newslichter“ vorgestellt worden ist: http://www.newslichter.de/2017/01/wirtschaft-der-lebensfuelle-solidago/ (Newslichter veröffentlicht inspirierende, motivierende Meldungen über Menschen, Projekte und Entwicklungen). Auf dieser Webseite gibt es jetzt einige Seiten aus dem Buch zu lesen, über Solidago, eine solidarische Absicherung im Krankheitsfall – ein Beispiel, wie Menschen Wandel selber gestalten und so zur Lebensfülle beitragen können.

    Mein Dank geht weiterhin an alle, die mich bisher unterstützt haben – und lasst auch bitte andere Leute davon wissen, die sich für diese Sache interessieren könnten!

    Wolfgang Höschele

  • Wolfgang Hoeschele
    Aktualisierung #1: Wirtschaft der Lebensfülle
    2016-12-08

    Inzwischen läuft die Crowdfunding-Kampagne “Wirtschaft der Lebensfülle” zwei Wochen lang. Vielen Dank für die eingegangenen Unterstützungen! Es bleibt jedoch noch sehr viel zu tun; im Januar hoffe ich, dass diese Sache auf verschiedenen Webseiten, Newslettern und Email-Listen erwähnt und verlinkt wird, um an eine größere Öffentlichkeit zu kommen. Ich bin dankbar für jede Hilfe oder Anregung, diese Kampagne einem größeren Publikum bekannt zu machen.

    In der letzten Woche bin ich gefragt worden, wie ich das Problem der spekulativen Märkte, das ich in der Buchbeschreibung aufgeführt habe, lösen will, und ob es in dem Buch mehr um einen Beitrag zum aktuellen Theoriebildungsprozess geht oder um direkte Wege zur Praxis. Ich halte diese Fragen für sehr wichtig und will deshalb meine Antwort hier aufführen.

    Die Textprobe stammt aus dem 4. Kapitel, in dem ersten Teil des Buches in dem es um Problemanalyse geht. In diesem Kapitel analysiere ich, welche Rückkopplungen den Wachstumszwang erzeugen, und behandle unter anderem spekulative Märkte, aber auch die vorherrschende Methode der Geldschöpfung durch Schuld, Zinsen, und Marktdynamiken in der Krise (sinkende Nachfrage führt zu Entlassungen führt zu weiter sinkender Nachfrage usw.).

    Einige weitere Systemdynamiken, die zum Wachstumszwang beitragen, werden in anderen Kapiteln behandelt, z.B. im 6. Kapitel über soziale Polarisierung. Dort beschreibe ich wie relativ kleine Anfangsunterschiede in Vermögen und Einkommen tendenziell immer weiter verschärft werden durch:
    1. Die Einhegung der Commons
    2. Der Arbeitsmarkt unter der Voraussetzung der Trennung von Eigentum und Arbeit
    3. Wettbewerb zwischen Unternehmen
    4. „Arbeitendes“ Geld
    5. Spekulative Märkte
    6. Vererbung von Vermögen
    Hier sehe ich viele Formen des Eigentums und der Geldanlage als “soziales Perpetuum mobile” – d.h. Mechanismen, durch die man ohne eigene Arbeitsleistung oder Verantwortung immer reicher werden kann.

    Die Lösungen werden im zweiten Teil des Buches behandelt (die letzten 6 der 13 Kapitel; der Seitenzahl nach etwas über die Hälfte des Buches). Die lassen sich nicht eins zu eins auf die beschriebenen Probleme übertragen, aber ich kann hier kurz umreißen, welche Ansätze zur Lösung des Problems spekulativer Märkte beitragen können.

    Erstens geht es mir um Formen des Eigentums, und wie Eigentumsrechte besser mit Arbeit und Verantwortung verbunden werden können (9. Kapitel). Eigentum wird theoretisch dadurch begründet, dass es den Lohn für die erbrachte Arbeitsleistung sicherstellen soll, und einen Anreiz darstellen soll, Verantwortung zu übernehmen. Nach dieser Begründung muss jedes Unternehmen eigentlich allen gehören, die durch ihre Arbeit und Verantwortung zum Erfolg des Unternehmens beitragen – d.h., es sollte eine Genossenschaft sein! Natürliche Ressourcen und viele andere Güter, die von vielen gepflegt werden müssen und die von vielen genutzt werden, sollten demnach Commons sein. Gemietete Immobilien und Wohnungen sollten langsam (und geregelt) in das Eigentum der Mieter übergehen. Unter Formen des kollektiven Eigentums oder des Nicht-Eigentums hätten Einzelne gar nicht die Gelegenheit, diese Vermögenswerte auf dem Markt anzubieten. Das alleine würde viele spekulative Märkte unmöglich machen.

    Zweitens geht es mir um das Finanzwesen. Im 10. Kapitel schlage ich vor, das Finanzwesen als öffentliche Infrastruktur aufzufassen, ähnlich wie die Verkehrsinfrastruktur. Dort schlage ich auch andere Formen der Finanzanlage vor, die das Risiko und die Verantwortung gleichmäßig zwischen Investorinnen und Unternehmerinnen/Kreditnehmern verteilen. Zum Beispiel schlage ich statt herkömmlichen Aktien vor, dass zeitlich begrenzte Gewinnanteile verkauft werden könnten – ohne Eigentumsrechte (also keine Rechte, an unternehmerischen Entscheidungen teilzunehmen). Der Weiterverkauf dieser Gewinnanteile soll nur mit Genehmigung der Eigentümerinnen des Unternehmens (im Falle einer Genossenschaft: der entscheidungsfähigen Mehrheit der Mitglieder) möglich sein – und die können sich ihre Genehmigung abkaufen lassen, wenn der Wert der Gewinnanteile stark angestiegen ist. Dies hat mehrere Effekte: Hochfrequenzhandel wird schon deshalb unmöglich, weil es Zeit erfordert, eine Genehmigung einzuholen. Ein Perpetuum mobile wird durch die zeitliche Begrenzung des Gewinnanteils unmöglich. Und die Möglichkeit, die Berechtigung zum Weiterverkauf des Gewinnanteils zu verkaufen bedeutet, dass diejenigen, die den Wertzuwachs möglich gemacht haben (d.h., diejenigen, die im Unternehmen arbeiten) auch in den Genuss eines wesentlichen Teils des Wertzuwachses kommen können. Spekulation mit Gewinnanteilen dieser Art wäre sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

    Drittens würde eine Weiterentwicklung demokratischer Entscheidungsmethoden (im 12. Kapitel behandelt), nicht zuletzt in Unternehmen, dazu führen, dass der Zugriff weniger reicher Leute auf Vermögenswerte (und damit die Möglichkeit der Spekulation mit Vermögenswerten) stark eingeschränkt würde.

    Im letzten Kapitel geht es um Strategien des Wandels, z.B. wie Krisen dazu genutzt werden können, Wandel einzuleiten – unter der Voraussetzung, das Alternativen schon in kleinem Maßstab erprobt worden sind und rasch vervielfältigt werden können. Ich schreibe hier immer unter der Voraussetzung einer pluralisitischen Gesellschaft, in der neben den vorgeschlagenen Eigentumsformen usw. auch viele der alten bestehen bleiben – d.h., ich erhebe keinen Ausschließlichkeitsanspruch!

    Es geht hier also keineswegs bloß um Theoriebildung, sondern primär um Wege zur Praxis.