Mit Terra Preta Indianererde stoppen wir die Klimaerwärmung!

  • Etappe

    2/4

  • Unterstützer

    4

  • Finanziert

    2.230 €

  • Restdauer

    27 Tage

Mehrwert für die Umwelt

Das Projekt schützt oder verbessert die Bereiche…

Mensch

Boden, Wasser, Luft

Klima

Tier und Pflanzen

biologische Vielfalt

Sach- und Kulturgüter

Energie und Ressourceneinsatz

Verwendete Ressourcen

Die verwendeten Ressourcen sind…

grün hergestellt

öko-zertifiziert

fair gehandelt

regional bezogen

sparsam eingesetzt

recycelt, upcycled

erneuerbar (z.B. Energie)

Diese Selbsteinschätzung durch den Projektinhaber dient als Entscheidungshilfe für die Crowd. Nicht alle Kriterien müssen dabei erfüllt, aber sämtliche Alternativen in Erwägung gezogen werden.

Zusammenfassung

Geht uns ohne Erde die Luft aus?
Mit einem Hektar Terra Preta binden wir 250t Kohlenstoff um der Erderwärmung entgegenzuwirken. Wir machen Experimente, um die Terra Preta direkt am Feld herzustellen und sie im Anbau der Wald-Biolandwirtschaft zu nützen

Beschreibung

Das Potenzial der langfristigen Bindung des Kohlenstoffs in der Erde ist noch völlig ungenutzt. Vielleicht können wir damit dem Klimawandel effektiv entgegenwirken. Wir planen vier Experimente, um praktisch anwendbare Erfahrungen zu erbringen und Wissen zu generieren, welches öffentlich zur Verfügung stehen wird. Das Projekt möchte ein Ausgangspunkt für die praktische Generierung von fruchtbarer Schwarzer Indianererde als andauernden Kohlenstoffspeicher bilden.

Wir wollen zwei Experimente durchführen, um die günstigsten Methoden zur Herstellung von Terra Preta zu ermitteln. Mit diesen Ergebnissen realisieren wir danach zwei Feldversuche in größerem Maßstab. 
In den ersten zwei Experimenten, eines in 100 Liter Tonnen und das andere in 2 Kubikmetern großen Erdlöchern, werden wir die besten Kombinationen der Komponenten erforschen und den Anstieg des gebundenen organischen Kohlenstoffanteils im Boden messen. Zugleich werden wir verschiedene Pflanzen anbauen und mittels wöchentlicher Fotodokumentationen auf die Bodenfruchtbarkeit zurückzuschließen. Wir wollen durch das schnell wachsende Wurzelwerk des Vetiver-Gras, des Mombasa-Gras oder dem Weizen, der nach 10 bis 20 Tagen immer wieder geschnitten wird, abwechselnd mit Leguminosen den Kohlenstoffgehalt der Erde schnell erhöhen. Die Herausforderung besteht darin, die Erzeugung der neuen Schwarzen Indianererde auf die effektivste und wirtschaftlich machbarste Weise zu erreichen.
Wir planen zwei weitere Experimente auf den Feldern der lokalen Biobauern durchzuführen. Bei diesen geht es darum eine praktische und durchführbare Verarbeitungsmethode zu entwickeln, um in größeren Mengen Biomasse in Terra Preta zu verarbeiten. Wir wollen in verschiedenen Abständen verschieden Tiefe Gräben anlegen, und die Fruchtbarkeit auf lange Zeit beobachten, indem wir die Erntemengen messen.
Eine zentrale Frage für die Wirtschaftlichkeit ist, in welchem Ausmaß die neue Schwarzerde verdünnt werden kann ohne ihre Fruchtbarkeit und Vitalität zu verlieren.

Hintergrundinformationen:

Mitten im Amazonas, entlang den Flüssen, finden sich alle zwei, drei Kilometer hundert Meter große Kreise an seit tausend (!!) Jahren fruchtbaren Böden. Ihre andauernde Fruchtbarkeit hängt direkt mit ihrem Kohlenstoffgehalt zusammen. Sie können pro Hektar (ha) bis zu 250 t (9 % ihres Gesamtvolumens) organischen Kohlenstoff langfristig speichern. Dies entspricht 917 t CO2 . Diese Schwarze Indianererde (Terra Preta do Índio) enthält damit drei Mal mehr gebundenen organischen Kohlenstoff als die umliegenden Böden (3 %). Wenn wir pro Jahr um 0,4 % (4 Promille) die Menge des in den gesamten Erdböden enthaltenen organischen Kohlenstoffs erhöhen würden, so bindet sich damit der weltweite Ausstoß des Kohlendioxids eines ganzen Jahres (siehe die internationale Initiative der Klimakonferenz Paris 2015: www.4p1000.org).

Ziel dieses Projektes ist es Beispiele zu realisieren bei denen der Kohlenstoffgehalt der Erde durch ihren Humusanteil um 4 Prozentpunkte erhöht wird und damit einen langfristig fruchtbaren Boden zu schaffen als Ausgangssituation für die Wald-Landwirtschaft im Sinne der syntropischen Wald-Landwirtschaft von Ernst Götsch. 4 Prozentpunkte entsprechen 100 t C / ha, bzw. 376 t CO2 ( = 950 Tausend Flugkilometer pro Passagier !!).

Wofür wird das eingesammelte Geld eingesetzt?

18.300 € Auf 0,3 Hektar (3000 m2) Schwarzer Indianererde wird Bambus gepflanzt, um vor Ort am Feld das Rohmaterial zur Verfügung zu haben. Vorläufig kaufen wir die Biokohle, die Biomasse, das Gesteinsmehl, vermischen es in Gräben, legen ein Bewässerungssystem an, um die effiziente Mikrobakterien zu verteilen und setzen die Sätzlinge aus. Das Wachstum wird durch das regelmäßige Messen der Stammdurchmesser begleitet und dokumentiert.
9.400 € Ein Hektar Bambus wird in 100 m2 Schwarze Indianererde verarbeitet. Dazu benötigen wir eine potente Handstichsäge, einen potenten Häcksler, einen ausgeborgten Betonmischer und ein Bewässrungssystem, um danach das Wachstum der Pflanzen auf diesem Boden zu dokumentieren. Dieses Experiment ist sehr arbeitsintensiv.
3.600 € Eine Versuchsreihe in 6 Erdlöchern von 4 m2 x 40 cm Tiefe bestehend aus verschiedenen Mischungen von Schwarzerde-Komponenten mit einem Bewässrungssystem. Die Versuchsreihe wir zwei Jahre begleitet und gewartet, um ein langfristiges Ergebnis zu erhalten.
1.800 € Eine Versuchsreihe mit 30 Tonnen, bestehend aus verschiedenen Mischungen von Schwarzerde-Komponenten um die daraus resultierende Fruchtbarkeit zu beobachten und den Kohlenstoffgehalt in bestimmten Zeitabschnitten zu messen. Die Kohlenstoffanalysen sind sehr kostenaufwendig.

Unsere Tauschgüter werden wir mit dem Versanddienst DPDGroup klimaneutral verschicken. Die DPDgroup konnte schon 2016 eine Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen um 10 Prozent pro Paket im Vergleich zu 2013 erreichen.   (siehe: https://www.dpd.com/de/unternehmen/verantwortung/drivingchange/klimaneutraler_pakettransport

Effiziente Mikroorganismen:

Die Schwarze Indianererde zeichnet sich durch die Stabilität von Kohlenstoff und Huminstoffen aus, die zugleich Haltbarkeit und besondere Fruchtbarkeit durch hohe Kationenaustauschkapazität verleihen. Dieses dynamische Gleichgewicht ähnelt den autopoietischen Kräften lebendiger Organismen. Diese Böden sind also lebendig und bewahren die Fruchtbarkeit über lange Zeit.  Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Entstehung und den Verlauf dieser besonderen  Vitalität zu erforschen.

Lasst uns gemeinsam die ersten Schritte setzen!

Es wird angenommen, dass die anthropogene Schwarzerde in Gräben aus der unvollständigen Verbrennung von Holz (Pflanzenkohle), trockenem biologischem Material in Gegenwart von effizienten Mikroorganismen (Fermentationsprozessen) und Keramikbruchstücken und/oder Muschelstücken erzeugt wurde.

Um diese These zu überprüfen und zu vertiefen möchten wir vier experimentelle Pilotprojekte vorschlagen:

Experiment 1    1800,00 Euro

Eine Versuchsreihe in 30 Plastiktöpfen, (Tonnen) bestehend aus verschiedenen Mischungen von Schwarzerde-Komponenten um die daraus resultierende Fruchtbarkeit zu beobachten und den Kohlenstoffgehalt nach 8, 16 bzw. 24 Monaten zu messen.

Experiment 2   1800,00 Euro

Eine Versuchsreihe in 6 Erdlöchern von 4 m2 x 40 cm Tiefe bestehend aus verschiedenen Mischungen von Schwarzerde-Komponenten um die daraus resultierende Fruchtbarkeit zu beobachten und den Kohlenstoffgehalt nach 8, 16 bzw. 24 Monaten zu messen.

Experiment 3   5800,00 Euro

Ein Hektar Bambus wird in 100 m2 Schwarze Indianererde verarbeitet.
Eine Bambus Produktion generiert 50 t pro ha und pro Jahr Biomasse nach dem achten Jahr (ohne Bewässerung und ohne Terra Preta). 
Diese Menge ergibt 10 t Kohle (40 t Biomasse ergibt 10 t Kohle) plus 10 t Biomasse pro ha und Jahr. Diese 20 t (Kohle und Biomasse) entsprechen 100 m2 x 20 cm Tiefe (oder 50m2 x 40cm) reiner (100 prozentiger) anthropogener Schwarzerde.

Experiment 4   8900,00 Euro

Auf 0,3 Hektar (3000 m2) Schwarzer Indianererde wird Bambus bepflanzt, um nach drei bis fünf Jahren vor Ort am Feld das Rohmaterial zur Verfügung zu haben. Damit wird auf einem weiteren anschließenden Boden anthropogene Schwarzerde generiert. Ein Teil des Bambus wird zu Pflanzenkohle verarbeitet und der andere Teil wird zu trockene organische Substanz gehäckselt.
Aufgrund der großen Produktion von Biomasse ist der Bambus von entscheidender Bedeutung als Rohstoffzulieferer für die Neue Schwarze Indianererde. Der Bambus, Dendrocalamus D. Asper und D. Strictus lebt mehr als 80 Jahre, bindet mehr als 50 t CO2 pro Hektar und pro Jahr und produziert 30 % mehr Sauerstoff als andere Pflanzen. 
Die Töpfe und die Erdlöcher werden wöchentlich mit effektiven Mikroorganismen bewässert. Deshalb wird das Bewässerungssystem in Experiment 1 und 2, in den Töpfen und auf dem Feld benötigt. Die Erde in allen Töpfe wird während des gesamten Experiments mit biologischem Material bedeckt bleiben.

In allen Töpfen werden 3 Samen der Guandu-Bohnen gepflanzt, um deren Wachstum im Laufe der Zeit zu verfolgen. (Jeden Monat werden die Wachstumsphasen der Pflanzen fotografiert). Es ist beabsichtigt 10 Zusammensetzungen 3 mal zu wiederhohlen, d. h. insgesamt 30 Töpfe anzulegen. Der C-Gehalt der Erde und das Wachstum der Guandu-Bohne der Töpfe werden nach 8, 16 bzw. 24 Monaten analysiert.

Diese Experimente werden auf den zertifizierten Farmen von Luiz C. de Oliveira, Mano Velho, biologischer Zuckerrohrproduzent, und/oder Stephan Posch, fazenda Indaiá, biologischer Bambusproduzent und/oder der Universidade Federal de Goiás, UFG, in Zentralbrasilien stattfinden.

Die Herausforderung besteht darin, die beste Kombination der Komponenten und deren beste Verarbeitung zu finden, um die Erzeugung der Neuen Schwarzen Indianererde auf die effektivste und wirtschaftlich machbarste Weise zu erreichen. Dazu bitten wir um Vorschläge, Hinweise  und Kooperationen.

Warum ist das Projekt ein EcoCrowd Projekt?

Der Humus spielt eine zentrale Rolle im Kohlenstoffhaushalt der Erde. Etwa 4/5 des am aktiven Kohlenstoffkreislauf beteiligten Kohlenstoffs sind in unseren Böden gebunden. Durch das Pflanzenwachstum bindet sich das Kohlendioxid der Atmosphäre  in organische Materie. Die Pflanze besteht zu 95 bis 98 % aus Kohlenstoffverbindungen. Normalerweise geht dieser Kohlenstoff bei ihrer natürlichen Zersetzung größtenteils wieder in die Atmosphäre zurück. Wir machen daraus humusreichen Boden für den Wald-Bioanbau.

Unser Projekt bietet ökologische Vorteile für Mensch und Natur in vielen Aspekten. Die Reduzierung des Kohlenstoffes aus der Atmosphäre und Bindung in Organismen, Humus und Erdöl schafft die Grundbedingungen der biologischen Entwicklung und Vielfalt. Dieser Prozess muss Heute gezielt und bewusst vom Menschen gefördert werden. Die Indianer des Amazonas machten dies schon vor 2000 Jahren und ihre Terra Preta do Índio ist als brasilianisches Kulturgut offiziell anerkannt. Heute wenden sich immer mehr Anthropologen der Erforschung des präkolumbianischen Amazonas, wo es alle zwei, drei Kilometer große Stadtgärten gegeben haben muss.

Dieser schwarze Indianererde erhält seine Vitalität nur unter biologischem Anbau. Jede Ausbringung von Agrargiften unterbricht sein dynamisches Gleichgewicht. Da die brasilianische Politik total von den Grundbesitzern dominiert ist, ist eine Zuwendung der öffentlichen Hand für den ökologische Anbau ausgeschlossen. Die Biobewegung kann sich hier nur durch die Konsumenten und alternativen Finanzierungsmethoden entwickeln. Der Wald-Bioanbau würde in Brasilien aufgrund seiner großen Wasservorkommen, Sonneneinstrahlung, Landflächen und Biodiversität von weltweiter Bedeutung sein. Brasilien ist das größte Land in den Tropen, und fast ohne Berge. Ernst Goetsch konnte durch den Wald-Bioanbau in den letzten 30 Jahren schon 17 versiegte Wasserquellen neu quellen lassen, und Heute, wo er von seinen Nachbarn imitiert wird, kann über der Region ein weit höherer Wasserniederschlag als in der Umgebung beobachtet werden.

Wie machten die Indianer ihre Erde?
–    Das Pflanzenmaterial wurde zerkleinert in den Boden eingearbeitet.
–    Das Pflanzenmaterial wurde mit effizienten Mikrobakterien begossen und geimpft, wodurch humusaufbauenden Prozesse beginnen.
–    Die in großen Mengen miteingegrabene Pflanzenkohle bildet durch ihre poröse Struktur die nötigen Lebensbedingungen, um über 1000 Jahren stabil zu sein.

Seit 20 Jahren gibt es Forschungsarbeiten über das Vorkommen und die Zusammensetzung der Schwarzen Indianererde.
Das Projekt beabsichtigt nun einen in Brasilien ersten Versuch neue anthropogene Schwarzerde mit dem Fokus auf die Fixierung von organischem Kohlenstoff in der Erde herzustellen.

Lasst uns nun gemeinsam beginnen!!


Führ mehr Informationen, schaut euch gerne folgende Videos an:

Schwarze Erde selbst gemacht, gut
https://www.youtube.com/watch?v=sqiMCcnHH2c

Video Terra Preta Herstellung in Deutschland
Joachim Boettcher von www.Palaterra.eu
https://www.youtube.com/watch?v=jq-XsetbWRY

43 minuten Dokumentar Film über die Schwarze Erde am Amazonas mit Bruno Glaser.
https://www.youtube.com/watch?v=xybx6DMmPiQ

Syntropische Waldlandwirtschaft von Ernst Goetsch Text und Video
www.sowfair.de/2017/10/30/agroforstwirtschaft/

Wald-Bioanbau nach zwei Jahren, den wir in Hidrolandia 50 km von Goiânia anlegten.

Erzähle uns etwas über dich.


Ich, Gregor Kux, bin Österreicher und lebe seit 1998 in Goiânia, Zentralbrasilien, wo ich heiratete. Seit 2003 arbeite ich dort mit einem Bioladen und einem Restaurant (Cerrado Alimentos Orgânicos) und nehme an
dem lokalen Verein für biologische Landwirtschaft teil. Die ADAO (Associação de Desenvolvimento da Agricultura Orgânica no Goiás) vereint ca. 20 zertifizierte kleine Produzenten und 10 aktive Konsumenten, die Samstags einen wöchentlichen Markt organisieren.

In Deutschland und Österreich bildete ich mich als Shiatsu-Therapeut aus. In Brasilien studierte ich das Dragon Dreaming und die Santiago-Schule von H. Maturana, F. Varela und die systemische Wissenschaftsmethode von F. Capra. In diesem Sinne arbeite ich auch mit Umwelterziehung, durch welche ich meinem Publikum zu verstehen gebe, dass:

1.    Die Gesundheit von Boden, Pflanze und Mensch eng zusammenhängen. (Brasilien ist beim Verbrauch pro Kopf von 5,5 Liter konzentrierter Lösung Agrargiften Weltmeister.)
2.    Genauso wie unser Bewusstsein unser Kaufverhalten bestimmt, so hängt die Substanz unseres Gehirnes von der Lebensmittelqualität ab. Auf lange Zeit beeinflusst diese wiederum unser Bewusstsein. Daraus ergibt sich unsere Beziehung zur Umgebung und zur Welt.

Wir konnten neben verschiedenen urban gardening-Momenten zwei große Straßenevents organisieren, bei denen sich lokale kulturelle und ökologische Bewegungen und Initiativen trafen. Es waren Soziale Skulpturen, bei denen wir mittels der Sensibilisierung durch Kultur Umweltbewusstseinsfragen diskutierten.

Schau dir dazu gerne die Links der Feira Eco-Cultural 2015 und 2016 an:

https://www.youtube.com/watch?v=dvQwJVqkhNo&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=gbjAvM1_JiU

https://www.youtube.com/watch?v=DbDRxC5h6MY#t=1.613791

Indianermädchen – Wiedererwachen

Vögel zwitscherten, Papageien kreischten, Affen schrien und pfiffen. Alle Tiere jubelten der einsetzenden Fotosynthese entgegen. Luft und Licht verwandelt sich in Pflanzenwachstum bis in die bodenbelebenden Wurzeln, die alle auf den gemeinsamen Erdmittelpunkt weisen. Pflanzen und Erde sind ein Organismus.

Moema (die Zarte) sah die ersten Zeichen des Lichtes durch das Palmendach, sprang auf , kitzelte lachend ihre Schwestern Jaciara (der Lauf des Mondes) und Araci (der Morgenstern) unter den Armen, lief an der Mutter vorbei, die das Feuer bereitete und erreichte schnell das Flussufer. Der Amazonas atmete noch Nebelschleier aus. Der Fluss war still, der Wald, der schrie. Moemas Ohren tauchten ein in die warme, nasse Stille, während Erinnerungen an ihre alten Vorfahren erschienen, die aus dem Fluss gestiegen waren, geblendet von der Bewegung des Waldes. Sie genoss die Sehnsucht nach der vergangenen Ruhe und freute sich auf den Beginn des heutigen Festtages. Alles Leben war aus dem Wasser gestiegen. 
Bald kamen Jaciara und Araci und fragten, ob sie die Maniokwurzeln gesehen habe. Ihre Väter hatten nun viele Tage den Erdboden vorbereitet, tief gegraben, Laub gesammelt, Holz geschnitten, gebrannt und verkohlt. Die Mütter hatten in großen Töpfen sauer riechende Wurzeln gekocht und gestampft. Nun ist der Tag gekommen, die Maniokwurzeln einzugraben und das Fruchtbarkeitsfest zu begehen.
Jaciara meinte: „Wir wollen das Fest mit viel Freude und Achtsamkeit feiern, denn es wird gesagt, dass die Sterne schlecht stehen und große, unheilsame Flöße den Fluss herunterschwimmen.“ Araci erwiderte: „Unser Stamm ist friedfertig und neugierig. Unsere Eltern werden den Floßfahrern Nahrung entgegenbringen, um eine gute Ernte zu erwirken“.
Und so war es. Als einige Tage später Riesenflöße am Flusshorizont auftauchten, staunten alle, trugen ihre besten Hühner, Fische und Maniokstauden zusammen und paddelten auf das Wasser hinaus. Die grauen Männer streckten ihnen bunte Steine entgegen. Trotzdem war Moema angeekelt, die Männer waren mit Tüchern und Fällen umgeben, stießen sich, schrien fremde Laute aus, einer fiel ins Wasser und musste herausgezogen werden. Moema zog ihn an den Haaren, er war mager, zappelte und spie grüne Spucke. Moema war froh dass die Flöße schnell weiter zogen. 
Doch nach wenigen Tagen brach die große Krankheit aus. Es war furchtbar. Alle husteten und starben an der starken, inneren Hitze. Niemand konnte mehr fischen und kochen. Ihre Freunde kamen nicht mehr aus den Hängematten heraus. Selbst die Schamanen wusste nicht zu helfen. Es ging ein Gerücht um, dass man der Krankheit nur im Wald durch Einsamkeit entkommen könnte. Viele liefen weg, viele weinten, viele starben. Nichts half. Dem unerträglichen Gestank der Verwesung entkam man nirgends.
Moema suchte den dunkelsten Schatten und grub sich in die frische Kühle der Schwarzen Erde ein, tauchte mit ihren Ohren in die Dunkelheit des Humus ein. Sie träumte von der Heilung ihrer Schwestern, ihres Volkes. Sie träumte sie würde durch die Genesung der Erde wiedererstehen. So wie Ihre Vorfahren aus dem Wasser in den Wald hinausstiegen, stieg sie hinauf von der Erde in das Licht, in die Luft über die Baumwipfel. Sie floss und schwebte als Nebelschwade dicht an der Erde, durchdrang mancherorts die Oberfläche des Bodens und leuchtete in den Sonnenstrahlen, die in den Wald drangen.
Wenn die Fruchtbarkeit Unserer Erde Eure Atmosphäre heilt, werden wir uns vergeben. Dann sind wir Eins miteinander und mit dem All. Eins ist All. All ist Eins.

Wir gestalten die Zukunft, weil ...

wir aus Kohlendioxid Humus machen; so die Erde beleben und die Klimaerwärmung stoppen. Durch die (ver)lebendige(nde) Beziehung zur Erde schaffen wir eine neue Atmosphäre.

anonym

anonym

anonym

anita Kux

Wien, AT

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