Reparatur defekter Geräte – ein sinnvolles Unterrichtsangebot an Schulen

  • Etappe

    1/2

  • Unterstützer

    37

  • unterstützt

    1.097 €

Mehrwert für die Umwelt

Das Projekt schützt oder verbessert die Bereiche...

Mensch

Boden, Wasser, Luft

Klima

Tier und Pflanzen

biologische Vielfalt

Sach- und Kulturgüter

Energie und Ressourceneinsatz

Verwendete Ressourcen

Die verwendeten Ressourcen sind...

grün hergestellt

öko-zertifiziert

fair gehandelt

regional bezogen

sparsam eingesetzt

recycelt, upcycled

erneuerbar (z.B. Energie)

Diese Selbsteinschätzung durch den Projektinhaber dient als Entscheidungshilfe für die Crowd. Nicht alle Kriterien müssen dabei erfüllt, aber sämtliche Alternativen in Erwägung gezogen werden.

Kurzinfo

Damit dieses Angebot der Steiner-Schule Schwabing Schule macht und sich entwickelt, erstellen wir ein Handbuch und lassen uns wissenschaftlich begleiten. Schon in der Schule sollte man nachhaltiges Denken und Handeln fördern.

Beschreibung

Die Reparaturwerkstatt: ein innovatives pädagogisches Konzept zum praktischen Nachhaltigkeits-Lernen



Seit April 2016 gibt es an der Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing das Unterrichtsangebot „Reparatur von defekten Geräten“. Damit dieses Angebot sich weiterentwickelt und Verbreitung findet, wollen wir uns wissenschaftlich begleiten lassen und ein Handbuch für weitere interessierte Schulen erstellen. Denn wir sind der Überzeugung, dass nachhaltiges Denken und Handeln ein Bildungsziel an Schulen werden sollte.

Das Konzept: Die Schüler reparieren in Zweierteams defekte Geräte. Repariert wird alles, was Kund/innen während der Öffnungszeit der Reparaturwerkstatt einliefern. Kosten fallen nur an, wenn Ersatzteile benötigt werden.
Nach der Methode des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Lernens finden die Schüler/innen so weit wie möglich eigenständig heraus, welche Defekte vorliegen und wie diese zu reparieren sind. Dazu nutzen sie auch digitale Medien wie z.B. Reparaturvideos auf YouTube. Die begleitenden ehrenamtlichen Reparaturanleiter greifen nur dann beratend ein, wenn die Schüler/innen allein nicht weiter kommen.

Wir haben den Mut zum Reparieren bekommen!

Sophie aus der 10. Klasse: Dreimal in der Woche treffen wir uns in unserer Reparaturwerkstatt. Die Zweierteams haben dort ihren eigenen Arbeitsplatz, an dem die benötigten Werkzeuge bereitgestellt sind, und widmen sich den laufend reinkommenden kaputten Sachen. Oft bringen die Kunden auch persönlich etwas vorbei, dann nehmen wir uns Zeit, eventuelle Fragen wie zum Beispiel die der Ersatzteilkosten zu beantworten.
Wir reparieren überwiegend elektrische und elektronische Geräte wie kaputte Kameras, Radios, CD-Player, Kaffeemaschinen, Modellboote, Fahrräder, Autoschlüssel, die Tageslicht-Projektoren der Schule, aber auch mechanische Sachen bis hin zu kaputten Holzspielsachen aus dem Hort. Wir haben in der Zeit von Mitte April bis Ende Januar 2017 102 Geräte erfolgreich repariert.


                                                     Repariertes Holzspielzeug aus dem Hort

Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich – man lernt die unterschiedlichsten Sachen: vom einfachen Aufschrauben, bzw. auch komplizierte Geräte öffnen, über Messgerät bedienen, bis hin zum Löten. Außerdem haben wir, glaube ich, alle den Mut bekommen, kaputte Sachen erst mal selbst zu öffnen und nach dem Problem zu suchen, anstatt sie einfach wegzuwerfen oder zurückzuschicken.

Ich finde die Idee super und in der Ausführung in jeglichem Sinne interessant, hilfreich und nützlich. Das ist mal ein ganz anderes Unterrichtsangebot.

Dieses Unterrichtsangebot soll Schule machen!

Denn in der Reparaturwerkstatt werden praktische Fertigkeiten erworben, soziale Kompetenzen in der Zusammenarbeit gefördert, Selbstwirksamkeit erlebt, Nachhaltigkeitsbewusstsein entwickelt und Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge ermöglicht. Der erste, sehr erfolgreiche verlaufene Durchgang bestätigt, dass diese Effekte in kompakter Form erreicht werden.

Wofür wird das eingesammelte Geld eingesetzt?

10.000 € Teilfinanzierung einer wissenschaftlichen Begleitung der Schülerreparaturwerkstatt mit dem Ziel, die pädagogischen Möglichkeiten zu erforschen und die Werkstatt weiterzuentwickeln .
5.000 € Erstellung eines Handbuches als Hilfe bei Gründung einer Schülerreparaturwerkstatt.

Das Handbuch für Schulen hat folgende Inhalte:

  • Pädagogisches Konzept der Reparaturwerkstatt
  • Tipps zur Werkzeugausstattung
  • Wertvolle Vorschläge zur Organisation
  • Wichtige Ratschläge zur Sicherheit
  • Reparaturtipps aus unseren Erfahrungen
  • Beobachtungen und Befragungen von Kund/innen, Schüler/innen und Reparaturanleitern

Die wissenschaftliche Begleitung hat folgende Zielsetzungen:

  • Erforschen der Potenziale des Projekts in Bezug auf den
    –    Pädagogischen Beitrag zur Entwicklungsförderung von Schüler/innen
    der Klassen 6 bis 10
    –    Nutzen im Hinblick auf praktische Umweltbildung, Ressourcen- und Wertebewusstsein
    –    Wirkungen des Einbezugs von Ehrenamtlichen in das pädagogische Konzept
    –    Direkten Umgang mit Kund/innen und die damit verbundenen pädagogischen Chancen
  • Dokumentation der Ergebnisse
  • Beratende Begleitung der Durchführungsverantwortlichen, insbesondere im Blick auf die Methodik des entdeckenden und erfahrungsgeleiteten Arbeitens und Lernens
  • Übertragungsfähige Zusammenfassung der Ergebnisse im Handbuch für interessierte Schulen.

Warum ist das Projekt ein EcoCrowd Projekt?

Reparatur als Gegenimpuls zur Wegwerfgesellschaft
Junge Menschen leben in der Wegwerfgesellschaft, Nachhaltigkeit, Reparatur sind ihnen wenig vertraute Begriffe – sollen es aus der Sicht vieler Hersteller auch nicht sein. Diese setzen vielmehr auf Konsum, indem sie ihre Produkte „unreparierbar“ erstellen oder suggerieren, dass man immer das neueste, „technisch beste“ Produkt besitzen muss – eine bewusste Verführung besonders für junge Leute. Sie können so gar nicht die Freude am Selbermachen entdecken und zu aktivem, umweltbewussten Handeln kommen. Diesem Mangel soll das Konzept Reparaturwerkstatt entgegenwirken.
 
                

                        Schüler messen den Durchgangswiderstand eines defekten Rührgerätes

Wer steht hinter dem Projekt?

Walter Kraus, Initiator der Reparaturwerkstatt:
Ich bin 55 Jahre alt, wohne in München, habe drei Töchter, bei denen im Kinderzimmer eine Werkbank steht, die Älteste wünschte sich zu Weihnachten einen Akkuschrauber. Auf die Idee der Schülerreparaturwerkstatt kam ich, da ich selber leidenschaftlich repariere und die tiefe Befriedigung kenne, die ein wieder funktionierendes Gerät in einem auslöst.
Gelernt habe ich bei Siemens Informationselektroniker, anschließend habe ich über den zweiten Bildungsweg das Abitur erlangt und an der TU München das Diplom in Physik abgelegt. Als Berufung erlebe ich meinen seit 21 Jahren an der Rudolf-Steiner Schule München-Schwabing ausgeübten Beruf als Mathematik- und Physiklehrer.
Ich brauche keine Status-Konsumgüter, mich trägt mein soziales Engagement. Ich leite seit 14 Jahren das Schülerprojekt „Schüler helfen Roma-Familien in Rosia/Rumänien“. Die Schüler der 11. Klasse helfen hier im Rahmen ihres dreiwöchigen Sozialpraktikums jedes Jahr armen Roma-Familien in Roşia bei der Renovierung ihrer primitiven Lehmhütten.

Wir gestalten die Zukunft, weil...

wir die Freude und den Mut zum Reparieren und somit zum aktivem, umweltbewussten Handeln fördern.

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Gast

Berlin, DE

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IrisWG

Neuburg, DE

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Gast

Neumarkt St Veit, DE

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Gast

München, DE

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