Flora-Fauna-Archehof WILDE SAATEN

  • Etappe

    1/1

  • Unterstützer

    16

  • unterstützt

    489 €

Kurzinfo

Wir retten, erhalten und schaffen Wiesen- und Hecken-/Waldsaumbiotope. Wir schützen vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wir bewahren die Natur für uns alle. Wir sind echte Öko-Rebellen.

Beschreibung

Wir retten, erhalten und schaffen Wiesen- und Hecken-/Waldsaumbiotope. Wir schützen vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wir bewahren die Natur für uns alle. Wir sind echte Rebellen und Idealisten. Werde Teil unseres Projektes und unterstütze uns jetzt.

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Historische Kulturlandschaft kommt unter die Räder – und damit auch die traditionelle extensive Nutzung der artenreichen Hangmagerwiesen. Flora und Fauna scheinen die Verlierer dieser Geschichte; es wäre eigentlich zum Jammern. Aber …! Wir sind ein Tropfen auf den heißen Stein und der Tropfen soll größer werden! In einem Seitental des Taubertals pflegen wir – bislang mit Balkenmäher, Motorsense und Rechen in Handarbeit – die 5000 qm einer ein- bis zweischürigen Südhangwiese (trockene Salbei-Glatthafterwiese und Halbtrockenrasen) zwischen zwei Steinriegeln und erhalten so Lebensräume für eine Vielzahl von Kräutern, Blumen, Insekten, Schmetterlingen, Eidechsen, Blindschleichen und Vögeln. Heckenbiotope, Säume und der Eigenentwicklung überlassene Waldbereiche kommen dazu. Um Holzscheune und Steinhaus haben wir zudem magere Trockenbiotope geschaffen. Alles ein work in progress … ausbaufähig fast ohne Ende … (www.wildesaaten.wordpress.com

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Und die Vielfalt möchte noch vielfältiger werden. Unsere Wiese liegt in einem Landschaftsschutzgebiet; die meisten Wiesen dort und im weiteren Umfeld sind vom Jetzt-Bestand her hochwertige Flora-Fauna-Habitate (im unteren Hangbereich trockene Salbei-Glatthafterwiesen, im oberen Hangbereich Halbtrockenrasen, tw. auch Bereiche von Kalkmagerrasen; dazu kommen eine Unmenge von Säumen und Wildstrauchhecken sowie angrenzend naturnahe Saumwälder); vom Wert her liegen sie tw. über den erfassten FFH-Gebieten, doch bei der Mähwiesenkartierung vor gut zehn Jahren waren diese Wiesen nicht auf dem Radar – und deshalb hat die Unterschutzstellung dieses versteckte Tal bislang noch nicht erreicht und kann (nach Aussage der Naturschutzbehörde) noch viele Jahre dauern, wenn sie denn überhaupt kommt. Man hat schon genug Mühe mit den anderen FFH-Gebieten, scheint es … Zugleich steigt der Nutzungsdruck auf einige Wiesen und wird weiter steigen. Mehrmalige Mahd, tw. immer wieder bereits deutlich vor dem Abblühen der Blumen/Kräuter, verhindert deren Aussamen und verschafft (im Sinn der Artenvielfalt wenig geliebten, im Sinn der landwirtschaftlichen Nutzung heißgeliebten) wüchsigen Grasarten Vorteile – mit der Folge, dass die Blumen und Kräuter abnehmen und die Wiesen grüner und artenärmer werden. Schon ein, zwei Stickstoff- oder Gülledüngungen reichen zuweilen, und der Artenreichtum, der sich in Jahrzehnten entwickelt hat, schwindet unwiederbringlich dahin. Hinzu kommen tw. zu tiefer Schnitt und Kreiselmäher, welche die Insekten „kleinhäkseln“.

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(Totholz am Wiesenrand zur Freude vieler Kleintiere)

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Unser Projekt, unser Wunsch:

Wir möchten möglichst viele dieser Wiesen erwerben, um sie vor einer intensiven Nutzung zu schützen und den vorhandenen reichen Blühbestand zu bewahren und langfristig sogar durch gut angepasste Mahdzeitpunkte zu verbessern. Auch Altgrasstreifen lassen sich so besser managen. Wenn wir mehr Wiesen sinnvoll pflegen wollen, kommt ein Balkenmäher schnell an seine Grenzen und taugt nur für die Rand- und Saumbereiche. Wir brauchen einen funktionsfähigen Traktor (keine Schönheit, ein älteres Modell genügt vollauf) mit Mähbalken und Kleinballenpresse, um das Heu nicht mehr mühsam von Hand zu machen. Außerdem: Loses Heu findet nur schwer den Weg zu den Nutzern – kleine kostenlose Bio-Heuballen dagegen ohne größere Probleme (Pferdebesitzer, Schaf-/Ziegenhalter). Unser Ziel ist ein Flora-Fauna-Archehof – Vorbild und Anstoß für andere –, der die laufenden Kosten deckt, was den Geräteeinsatz angeht. Alles andere ist sowieso Idealismus. Ihr seid gefragt! Unsre Hände wollen mehr tun und weiter loslegen – allein unser Geld reicht nicht!

 


Unsere Scheunenunterkunft

Wir errichten im Frühjahr eine gemütliche, schlichte und ökologische Unterkunft in unserer historischen Holzscheune, die wir gerade behutsam instandsetzen: eine Art sehr großer Bauwagen bzw. ein „Holzhaus in der Holzscheune-System“ mit Wasser- und Stromanschluss, Kleinküche und Komposttoilette als kostenloser Wohnraum für Spender, Projekt- und Naturinteressierte sowie Mittuer, die in die Welt der Blühwiesen eintauchen wollen. Lage: Traumhaft ruhige Alleinlage am Rand des Landschaftsschutzgebietes. 

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Der Weg in die Zukunft

Am Ende unserer Schaffensperiode soll der Flora-Fauna-Archehof WILDE SAATEN einer Stiftung zum weiteren Erhalt übergeben werden. Dafür leben und arbeiten wir jetzt.

Mehr Bilder und Einblicke findet ihr unter www.wildesaaten.wordpress.com (wird in lockerer Folge ergänzt)

 

Warum ist das Projekt ein EcoCrowd Projekt?

Weil wir die Natur nicht für uns bewahren, sondern für alle – ganz im Sinn einer schöpferischen Ökologie (Andreas Weber): „Wir müssen Natur bewahren, weil wir sonst sprachlos sind. Wir brauchen Tiere und Pflanzen als Teil unserer selbst, sowohl in körperlisch-physiologischer Hinsicht, als auch in seelisch-psychologischer Hinsicht. Wir müssen Natur bewahren, weil sie uns die Möglichkeiten der Existenz zeigt: dem Prinzip der Fülle zu folgen, ein Maximum an Möglichkeiten zu wünschen, stetige Entwicklung zu suchen, intensivsten Ausdruck zu wollen, ohne Rückhalt zu verschwenden, Schweigen zu respektieren, in der Tätigkeit energisch, in der Ruhe hingegeben zu sein, jeden Sommer mit einem Winter, jeden Tag mit einer Nacht abwechseln zu lassen. Wir müssen Natur bewahren, weil sie der Ort des absoluten Anderen ist. Sie ist der Stoff, der mich nährt, der Spiegel, der mich erschafft. (…) Wir müssen die Tiere und Pflanzen bewahren, damit sie Zeugnis ablegen können. Kurzum: Wir müssen Natur bewahren, weil wir sie selbst sind, und wir müssen Natur bewahren, weil sie alles ist, was wir nicht sind.“ (Andreas Weber, Alles fühlt.) 

Weil wir beispielhaft zeigen wollen, was praktisch machbar ist; weil wir unsere Erfahrungen und unser Wissen teilen und weitergeben wollen. Weil wir Anstöße geben wollen zum Selbermachen.

 

Wofür wird das eingesammelte Geld eingesetzt?

Wenn eine Priorität nicht erreicht wird, verwenden wir das bis dahin gesammelte Geld zum Kauf von Saatgut.

 

Priorität 1: Wiese

Kauf einer artenreichen ca. 3500 qm großen Wiese mit Hecken und Waldsaum (50 Cent pro m² > 1.750 Euro).

Priorität 2: Traktor und Heupresse

Kauf eines gebrauchten Traktors mit Mähbalken (max. 2.800 Euro, je nach zur Verfügung stehendem Modell) und einer gebrauchten Kleinballen-Heupresse (1.000 Euro).

Priorität 3: Weitere Wiese

Kauf einer weiteren artenreichen ca. 3500 qm großen Wiese mit Hecken und Waldsaum (50 Cent pro m² > 1.750 Euro); weitere Wiesen folgen, wenn Überschüsse erzielt werden.

Priorität 4: Saatgut

Zur zusätzlichen Verbesserung der „neuen“ Wiesen haben wir über die Jahre sehr gute Erfahrungen in der Übersaat mit einer speziell abgestimmten Regio-Saatgutmischung aus unserem Naturraum (Firma Rieger-Hoffmann, Blaufelden) (je Wiese 1,3 Kilo Mager- und Sandrasen, 100 % Kräuter, 2x 260,- Euro > 520,- Euro)

 

Alle Überschüsse, nach Erreichen der Priorität 4, werden ausschliesslich für den Erhalt eigener und den Erwerb neuer, angrenzender Wiesenbiotope verwendet; ausbaufähig ohne Ende.

 

Wer steht hinter dem Projekt?

Gerhard Obermaier

Mit Naturgärtnern fing mit Anfang 20 alles an; nachdem die ausgeräumte Agrarsteppe des Münchner Ostens mir und meinen Biotopen immer mehr auf die Pelle rückte, Auswanderung in die Naturnische des Taubertals – mit meiner Kunstwerkstätte im Gepäck; von der Kultur-/Naturlandschaft dort gepackt und seitdem auf dem Weg, die Wildnis weiter zu verzaubern.

 

Bernd Gonner

Im Taubertal großgeworden, als Heranwachsender schon mit dem „BLV Pflanzenführer“ über die Trockenrasen gezogen, fast jeden Hohlweg und aufgelassenen Weinberg gekannt; in Großstädten studiert und gelebt, mit dem Blick zurück gesehen, was geschieht, wenn alle dem Land und der Beschäftigung damit den Rücken kehren; nun: anpacken und zwischen den Welten vermitteln („Warum lasst ihr nicht einfach Wälder an den Hängen wachsen? Sieht doch schön grün aus!“ – „Weil Sandbienen, Kugeliger Lauch und Ragwurz da nasse Füße bekommen.“ – „Was ist’n das? Hab‘ ich noch nie gesehen.“ – „Komm mit!“)

 

 

Wir bereichern die Zukunft, weil...

die Natur unter unseren Händen aufblühen kann.